VMware zu Proxmox – Die häufigsten Fragen unserer Kunden
Ist Proxmox für produktive Unternehmensumgebungen geeignet?
6 August, 2026 durch
VMware zu Proxmox – Die häufigsten Fragen unserer Kunden
Netsafe AG, Ebneter Mathias

Seit der Übernahme von VMware durch Broadcom hat sich der Virtualisierungsmarkt stark verändert. Viele Unternehmen überprüfen ihre bestehende Infrastruktur und suchen nach einer wirtschaftlichen, zukunftssicheren Alternative. In unserem ersten Blogbeitrag haben wir erläutert, weshalb Proxmox VE für viele Organisationen eine interessante Option darstellt.

Inzwischen konnten wir mehrere Kundenprojekte erfolgreich realisieren – von kleineren Virtualisierungsumgebungen bis hin zu produktiven Clusterlösungen. Dabei stellen uns Kunden immer wieder dieselben Fragen. Die häufigsten möchten wir in diesem Beitrag beantworten.


1. Ist Proxmox für produktive Unternehmensumgebungen geeignet?

Ja.

Proxmox VE wird weltweit in Unternehmen, Rechenzentren, Bildungseinrichtungen und bei Service Providern eingesetzt. Die Plattform basiert auf bewährten Open-Source-Technologien wie KVM und LXC und bietet Funktionen, die viele Unternehmen bereits von VMware kennen:

  • Hochverfügbarkeit (High Availability)

  • CRS ( automatischer Lastenausgleich innerhalb des Clusters )

  • Live Migration

  • Clusterbetrieb

  • Zentrales Management

  • Rollen- und Rechteverwaltung

  • Software-defined Storage mit Ceph

  • Integrierte Backup-Anbindung

Für die meisten KMU deckt Proxmox sämtliche Anforderungen an eine moderne Virtualisierungsplattform ab.

2. Können bestehende VMware-VMs übernommen werden?

Ja.

Die Migration bestehender virtueller Maschinen ist in vielen Fällen unkompliziert. Je nach Umgebung wählen wir unterschiedliche Migrationsverfahren:

  • Export und Import der virtuellen Maschinen

  • Direkte Konvertierung der virtuellen Festplatten

  • Geplante Migration während eines Wartungsfensters

  • Schrittweise Migration einzelner Systeme

Welche Methode sinnvoll ist, hängt von der Infrastruktur, der Verfügbarkeit und den Anforderungen an die Downtime ab.

3. Müssen alle Server gleichzeitig migriert werden?

Nein.

Viele Kunden entscheiden sich bewusst für eine schrittweise Migration.

Ein möglicher Ablauf:

  1. Aufbau der neuen Proxmox-Umgebung

  2. Testmigration einzelner Systeme

  3. Migration unkritischer Server

  4. Migration produktiver Systeme

  5. Abschaltung der VMware-Umgebung

Dieses Vorgehen reduziert Risiken und ermöglicht einen kontrollierten Übergang.

4. Funktioniert Hochverfügbarkeit (HA) auch mit Proxmox?

Ja.

Proxmox bietet eine integrierte High-Availability-Lösung.

Fällt ein Host aus, können virtuelle Maschinen automatisch auf einem anderen Clusterknoten gestartet werden. Voraussetzung dafür sind eine passende Clusterarchitektur sowie gemeinsam genutzter Speicher oder eine Ceph-Umgebung.

Gerade für geschäftskritische Systeme ist dies ein wichtiger Bestandteil einer modernen Infrastruktur.

5. Welche Backup-Möglichkeiten gibt es?

Ein zuverlässiges Backup-Konzept ist unabhängig von der Virtualisierungsplattform entscheidend.

In unseren Projekten setzen wir überwiegend auf Veeam Backup & Replication, da viele unserer Kunden diese Lösung bereits im Einsatz haben und wir damit sehr gute Erfahrungen gemacht haben. Veeam unterstützt Proxmox VE seit Version 12.2 und ermöglicht eine nahtlose Sicherung virtueller Maschinen.

Je nach eingesetzter Veeam-Version kann für die Anbindung von Proxmox VE ein Update erforderlich sein. In einzelnen Fällen müssen zudem bestehende Lizenzen angepasst oder erweitert werden.

Mit Veeam profitieren Unternehmen unter anderem von:

  • Agentenlosen Backups virtueller Maschinen

  • Inkrementellen Sicherungen

  • Schneller Wiederherstellung kompletter VMs oder einzelner Dateien

  • Bewährten Restore-Optionen für unterschiedliche Ausfallszenarien

  • Zentralem Backup-Management für gemischte Virtualisierungsumgebungen

Für Unternehmen, die bereits Veeam für VMware oder andere Workloads einsetzen, lässt sich Proxmox VE somit problemlos in die bestehende Backup-Strategie integrieren.

Alternativ steht mit Proxmox Backup Server (PBS) auch eine native Backup-Lösung zur Verfügung. Welche Lösung die richtige ist, hängt letztlich von der vorhandenen Infrastruktur, den Anforderungen und der bestehenden Backup-Strategie ab.

6. Benötigt Proxmox zwingend Ceph?

Ceph ist eine open-source, hoch-verfügbares, verteiltes und robustes Dateisystem. CEPH wurde im 2007 vorgestellt und seitdem ständig weiter entwickelt. Proxmox VE verwendet CEPH als eine integrierte Storagelösung wie bsp. andere Hersteller wie Nutanix, Dell VxRail, HPE SimpliVity etc.

Ceph weist folgende Eigenschaften auf:
- skalierbar, vor allem in die Breite
- mit Commodity Hardware einsetzbar
- flexibel und selbst-verwaltend
- object Store - RADOS (Reliable Autonomic Distributed Object Store)
- kein Single Point of Failure - Verteilung auf mehrere Nodes
- software basierend und Open Source
- Unified Storage

Je nach Umgebung kommen beispielsweise auch zum Einsatz:

  • lokaler ZFS-Storage ( RAID-10

  • SAN (iSCSI oder Fibre Channel)

  • NFS ( Netapp )

Welche Speicherlösung sinnvoll ist, hängt von Performance-, Verfügbarkeits- und Budgetanforderungen ab.

7. Gibt es professionellen Support?

Ja.

Neben einer sehr aktiven Open-Source-Community bietet Proxmox eine kommerzielle Subskription:

Vorteile einer Subskription
- deutschsprachiger Support
- Zeitnahe Feature- und Security-Updates (via GUI)
- Zugriff auf die stabilen Proxmox Enterprise Repositorys
- Technischer Support direkt vom Proxmox-Entwicklungsteam
- Übersichtliches Helpdesk-System (Kundenportal)
- Transparente und flexible Subskriptionslevel
- Zugriff auf alle Updates, Patches und Security-Fixes

Zusätzlich unterstützen wir unsere Kunden bei Planung, Migration, Betrieb und Wartung der Umgebung.

8. Wie aufwendig ist die Administration?

Viele Administratoren finden sich erstaunlich schnell zurecht.

Die webbasierte Oberfläche ist übersichtlich aufgebaut und ermöglicht die Verwaltung von Hosts, Clustern, Storage, Netzwerken und virtuellen Maschinen über eine zentrale Konsole.

Wer bereits Erfahrung mit VMware, Hyper-V oder Linux besitzt, kann Proxmox meist innerhalb kurzer Zeit produktiv einsetzen.

9. Lohnt sich ein Wechsel überhaupt?

Diese Frage beantworten wir nicht pauschal.

Ein Plattformwechsel sollte immer technisch und wirtschaftlich bewertet werden.

In vielen Projekten stehen heute folgende Punkte im Vordergrund:

  • steigende Lizenzkosten

  • langfristige Planungssicherheit

  • Unabhängigkeit von einzelnen Herstellern

  • transparente Lizenzmodelle

  • moderne Open-Source-Technologien

  • Abhängigkeiten Softwareprodukte im Hinblick zum bestehenden Hypervisor

Ob sich eine Migration lohnt, hängt von der jeweiligen Infrastruktur und den individuellen Anforderungen und muss immer im Detail abgeklärt werden.

Unser Fazit

Proxmox ist längst mehr als eine interessante Alternative zu VMware. In unseren Projekten hat sich die Plattform als leistungsfähig, stabil und flexibel erwiesen.

Jede Infrastruktur ist jedoch unterschiedlich. Deshalb empfehlen wir, vor einer Migration zunächst die bestehende Umgebung zu analysieren und gemeinsam eine passende Zielarchitektur zu entwickeln. So lassen sich Risiken minimieren und die Migration effizient planen.

Sie möchten wissen, ob Proxmox auch für Ihre Umgebung geeignet ist?

Wir unterstützen Sie gerne – von der ersten Evaluation über die Planung bis hin zur erfolgreichen Migration und dem anschliessenden Betrieb.

Für einen Testbetrieb bietet die Proxmox VE Community Edition auch die volle Funktion des Produktes ohne Einschränkungen oder Ablaufdatum.


Du hast Fragen zu deinem eigenen VMware-Setup, die der Artikel nicht beantwortet? Schreib uns über unser Kontaktformular – wir schauen uns deine Situation individuell an und sagen dir ehrlich, ob und wie ein Wechsel zu Proxmox für dich Sinn ergibt.